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September 1998
Stefan Siemons, GrĂĽnder des Projektes, kam als freiwilliger Helfer nach Brasilien und arbeitete dort 3 Jahre in sozialen Einrichtungen der Salisaner Dom Boscos. Hier betreute er unter anderem Heimkinder und gab Musikunterricht.
2001 – Die Geburt einer Idee
Bei seiner freiwilligen, sozialen Arbeit in Brasilien hat Stefan Siemons hautnah erlebt, unter welchen Umständen Kinder, Familien und ganze Gemeinden dort leben: in primitivsten Verhältnissen, ohne jegliche Chancen und Perspektiven.
Er kam zu der Überzeugung, dass sich durch Aktivitäten in den Bereichen Erziehung, Bildung, Kunst und Musik selbstbewusste und kreative Menschen entwickeln können, die eigene Lebensziele verfolgen und sich in die Gesellschaft integrieren.
Daraus entstand der Wunsch, als gelernter Instrumentenbaumeister den Jugendlichen eine Ausbildung in diesem Beruf zu ermöglichen. Doch dies ließ sich in der Einrichtung, in der er zu der Zeit arbeitete, nicht umsetzen. Dennoch verfolgte er dieses Ziel weiter und unternahm die ersten Schritte, um ein eigenes Projekt in der Nähe von São Paulo ins Leben zu rufen. Zunächst musste ein geeigneter Standort und Räumlichkeiten gefunden werden.
Mitte 2002 – Die ersten Schritte
Bei der Umsetzung des Projektes wurde deutlich, dass zunächst die schulischen Leistungen und die Allgemeinbildung der Schüler verbessert werden mussten, um eine Basis für die Ausbildung zu schaffen. Darüber hinaus ist die Einrichtung einer Werkstatt zu Ausbildung im Instrumentenbau insbesondere zu Beginn sehr zeit- und kostenintensiv und man muss Schritt für Schritt vorgehen. Daher entschloss sich Stefan, sich zunächst auf die Förderung von Kindern ab 7 Jahre in schulischen, musikalischen und künstlerischen Bereichen zu konzentrieren.
2002 – Eröffnung der Einrichtung „Clave de Sol“
Das eigene Projekt nahm im Stadtteil São Marcos in Itapecerica da Serra (160.000 Einwohner, am südwestlichen Stadtrand von São Paulo) gestalt an.Der Grundstein des Projektes „Clave de Sol“ wurde mit der Anmietung eines Grundstückes gelegt. Es war jedoch noch viel Arbeit notwendig, bevor es für Kinder eröffnet werden konnte.
Die Umbau- und Neubaumaßnahmen begannen im Frühjahr 2002. Es wurden zwei freistehende Schulräume für den Unterricht gebaut. Das bestehende Gebäude wurde mit neuen Waschräumen und Toiletten sowie mit einem Sekretariat und einer Küche ausgestattet.
Doch ganz ohne freiwillige Helfer ließ sich das Projekt nicht umsetzen. Daher waren wir für die tatkräftige Unterstützung aus Deutschland sehr dankbar.
Im November 2002 konnte die soziale Einrichtung und somit das Kinderprojekt „Clave de Sol“ endlich eröffnet und die ersten 45 Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren am Musik- und Kunstunterricht teilnehmen. Mit der Ausstattung der Instrumentenbauwerkstatt wurde begonnen.
2003 – Aufnahme weiterer Kinder
Am 24. Januar 2003 wurde in Brasilien der gemeinnützige Verein „Associação CommunitáriaClave de Sol“, was übersetzt Violinschlüssel bedeutet, gegründet. Die Zahl der Schüler konnte auf 70 erhöht werden. Erste Maschinen und Werkzeuge für die Werkstatt wurden gespendet. Im Zweites Halbjahr 2003 wurden weitere 20 Schüler und das pädagogische Konzept erweitert. Außerdem wird die Werkstatt mit weiteren Maschinen, Werkzeugen und Instrumenten ausgestattet.
2004 – 130 Kinder und Jugendliche
Die „Clave de Sol“ wurde beim städtischen Jugendamt und Jugendgericht in Brasilien eingetragen. 130 Kinder und Jugendliche wurden betreut und gefördert.
Leider wurden in diesem Jahre mehrere EinbrĂĽche in die Einrichtung verĂĽbt, die einen herben RĂĽckschlag bedeuteten. Doch mit Engagement und voller Ăśberzeugung arbeitete Stefan Siemons und seinen Helfer weiter daran, die Kindern und Jugendlichen zu unterrichten und das Projekt weiter auszubauen.
2005 – Friedensmarsch & „Kulturwerkstatt für Kinder e.V.“
Die Zahl der Schüler kann nochmals auf 145 erhöht und die Altersspanne auf 6 bis 16 Jahre erweitert werden. Weitere 150 Kinder und Jugendliche warten auf einen Platz.
Die Kinder, Jugendlichen & Freunde der Einrichtung in Brasilien machten einen Friedensmarschdurch das Viertel, um eine höhere Einbeziehung der Gemeinde in die Arbeit der “Clave de Sol” und den Rückgang der Einbrüche zu erreichen.
Im August wurde der Förderverein “Kulturwerkstatt für Kinder - Clave de Sol, Brasilien e.V.” in Deutschland gegründet. Dieser Verein wurde ins Leben gerufen, um dieses Projekt aktiv von Deutschland aus zu unterstützen und als Ansprechpartner für Förderer & Partner in Deutschland zur Verfügung zu stehen. Eine enge Zusammenarbeit erfolgt unter anderem mit dem Kindermissionswerk im Rahmen der Sternsingeraktion und einer langfristigen Projektpartnerschaft.
2006 – Verdreifachung der Schüleranzahl seit Gründung
150 SchĂĽler zwischen 6 und 18 Jahre wurden unterrichtet, weitere 175 stehen auf der Warteliste. Die schulischen Leistung der SchĂĽler konnten wesentlich verbessert und der Alphabetisierungsprozess vorangetrieben werden.
Es konnten weitere Musikinstrumente sowie Zubehör, ein neuer Herd, Schulmaterial und Bücher, Lebensmittel und Einrichtungsgegenstände etc. angeschafft und der Bau eines weiteren Unterrichtsraums begonnen werden. Darüber hinaus wurden neue Förderer, z.B. Banco Real, gewonnen.
FĂĽr weitere Informationen lesen Sie unsere Berichten des Jahres 2006
· Sternsingeraktion 2006
· Jahresbrief November 2006
· Weihnachtsbrief 2006
2007 – Gemeinnützigkeit auf Bundesebene in Brasilien
Es werden 175 Kinder unterrichtet. Mehr als 250 Kinder und Jugendliche warten auf einen Platz. Am 28.02.2007 wurde der Clave de Sol die GemeinnĂĽtzigkeit auf Bundesebene in Brasilien verliehen. Der 3. Unterrichtsraum wurde fertiggestellt und eingeweiht.
FĂĽr weitere Informationen lesen Sie unsere Berichte des Jahres 2007
· Internationales Begegnungsfest 2007
2008- Instrumentenbauwerkstatt startet
Das Nachbargrundstück mit Gebäude konnte angemietet werden. Da das Gebäude eine gemeinsame Wand mit dem Hauptgebäude der Clave hat, wurde ein Durchbruch gemacht und die Instrumentenbauwerkstatt in dem neune Gebäude eingerichtet. Inzwischen wurde die Arbeit aufgenommen und drei Jugendliche haben die Ausbildung zum Instrumentenbauer begonnen.
2009: Jahr eins ohne die Banco Real
Das leider nur zeitlich auf drei Jahre begrenzte Engagement der brasilianischen Bank „Banco Real“ endete mit dem auslaufenden Jahr 2008. Damit vermindert sich das Budget um fast ein Drittel. Selbstverständlich ist es erforderlich die Strukturen den vorhandenen Mitteln entsprechend anzupassen. Da es in sozialen Projekten wie dem unseren jedoch immer um Menschen geht, fällt diese Anpassung natürlich nicht leicht. Bisher konnten wir die Zahl der ständig betreuten Kinder und Jugendlichen mit ca. 180 beibehalten. Allerdings mussten wir uns von einigen Lehrkräften und von Betreuungspersonal trennen, so dass die Belastungen nun auf weniger Schultern verteilt sind. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet Sponsoren zu finden, die die entstandene Lücke schließen. Eine Hoffnung ist in diesem Zusammenhang, dass die Stadt ihr Engagement ausdehnen könnte.
Weiter zu: Das pädagogische Konzept & Aktivitäten
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